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Photovoltaik 2026: Lohnt sich PV noch?

Solaranlage in Friedberg auf einem Einfamilienhaus – professionell installiert von IntHome Elektrotechnik.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

Photovoltaik lohnt sich 2026 weiterhin, aber die Rechnung hat sich grundlegend verschoben. Seit dem Solarspitzengesetz vom 25. Februar 2025 gibt es bei negativen Strompreisen keine Einspeisevergütung mehr, ab 2027 soll die Einspeisevergütung für neue Anlagen bis 25 kWp ganz wegfallen. Rentabel bleibt PV künftig vor allem über Eigenverbrauch, Stromspeicher und intelligentes Energiemanagement. Wer heute plant, sollte die Anlage von Anfang an smart auslegen.

„Lohnt sich Photovoltaik überhaupt noch?“ Diese Frage hören wir in der Beratung in Augsburg und Umgebung gerade fast täglich. Die ehrliche Antwort: Ja, aber anders als vor zwei Jahren. Wir zeigen, was sich durch das Solarspitzengesetz geändert hat, warum die klassische Einspeise-Rechnung nicht mehr aufgeht und wie eine PV-Anlage 2026 wirtschaftlich bleibt.

Lohnt sich Photovoltaik 2026 überhaupt noch?

Ja, Photovoltaik lohnt sich 2026 weiterhin, allerdings hängt die Wirtschaftlichkeit heute deutlich stärker vom Eigenverbrauch ab als von der Einspeisevergütung. Eine typische Aufdachanlage mit 10 kWp, passend dimensioniertem Stromspeicher und intelligenter Steuerung amortisiert sich im Raum Augsburg weiterhin in rund 10 bis 13 Jahren. Die Lebensdauer der Module liegt bei 25 bis 30 Jahren, die Wirtschaftlichkeit über die Gesamtlaufzeit bleibt damit klar positiv.

Was sich geändert hat: Wer 2019 eine PV-Anlage gebaut hat, konnte noch mit einer Einspeisevergütung von über 10 Cent pro Kilowattstunde rechnen. Heute liegt die Vergütung für neue Anlagen mit Überschusseinspeisung bei rund 7,86 Cent pro kWh, und in Zeitfenstern mit negativen Börsenstrompreisen fließt gar nichts mehr. Das verändert die Kalkulation grundlegend.

10‑13 J. typische Amortisation mit Speicher
85 % Eigenverbrauch mit Energiemanagement
25‑30 J. Lebensdauer der Module

Entscheidend ist also nicht mehr die Frage „Rechnet sich PV?“, sondern „Wie muss ich die Anlage planen, damit sie sich rechnet?“. Genau darauf gehen wir in den folgenden Abschnitten ein. Wer es schneller braucht, findet eine erste Schätzung in unserem Wirtschaftlichkeitsrechner für Photovoltaikanlagen.

Wallbox mit Elektroauto im Ladevorgang, installiert von IntHome für den optimalen Eigenverbrauch von PV-Strom
Wer das E-Auto mit eigenem PV-Strom lädt, hebt den Eigenverbrauch spürbar und macht die Anlage unabhängiger von der Einspeisevergütung.

Was sich durch das Solarspitzengesetz 2025 geändert hat

Seit dem 25. Februar 2025 gilt das sogenannte Solarspitzengesetz, offiziell das „Gesetz zur Änderung des Energiewirtschaftsrechts zur Vermeidung von temporären Erzeugungsüberschüssen“. Es betrifft vor allem Anlagen, die ab diesem Datum in Betrieb gegangen sind oder noch in Betrieb gehen. Ziel ist es, das Stromnetz an sonnigen Tagen zu entlasten und den Ausbau der Erneuerbaren weiter zu ermöglichen.

Die drei zentralen Änderungen für neue Anlagen

  • Keine Einspeisevergütung mehr in Zeitfenstern mit negativen Börsenstrompreisen (die ausgefallene Zeit wird anteilig hinten an die 20-jährige Förderdauer angehängt)
  • Smart-Meter-Pflicht für neue Anlagen ab 7 kWp inklusive Steuerbox, über die der Netzbetreiber die Einspeisung steuern kann
  • Drosselung auf maximal 60 % der Anlagenleistung bei der Einspeisung, solange kein intelligentes Messsystem installiert ist

Bestandsanlagen, die vor dem 25. Februar 2025 in Betrieb gegangen sind, behalten ihre bisherigen Konditionen weitgehend. Wer also bereits eine laufende PV-Anlage hat, muss sich nicht nachträglich umstellen. Für neue Planungen ist das Bild aber ein anderes.

Zahlen aus der Praxis: 2024 gab es in Deutschland 457 Stunden mit negativen Börsenstrompreisen, rund 5,2 % des Jahres. Diese Stunden fielen fast immer mit den Zeiten höchster PV-Erzeugung zusammen, also mit den Stunden, in denen eingespeist wird. Entsprechend groß ist der wirtschaftliche Effekt für Betreiber ohne Speicher.

Parallel ist in der Bundesregierung geplant, die Einspeisevergütung für neue private Anlagen bis 25 kWp ab 2027 vollständig abzuschaffen. Betreiber sollen ihren Solarstrom dann über die Direktvermarktung verkaufen oder eben selbst nutzen. Wie genau diese Umstellung aussehen wird, ist noch in der Detailabstimmung. Klar ist: Die Richtung zeigt eindeutig vom Einspeisen weg und zum Eigenverbrauch hin.

Warum die klassische Einspeise-Rechnung nicht mehr aufgeht

Die klassische PV-Kalkulation aus den 2010er Jahren, also „Anlage aufs Dach, Strom einspeisen, 20 Jahre feste Vergütung kassieren“, funktioniert so nicht mehr. Der Grund liegt in einer schlichten Rechnung.

Der aktuelle Strompreis für Haushalte in Bayern liegt bei rund 33 bis 38 Cent pro kWh. Die Einspeisevergütung für Überschussstrom aus neuen Anlagen bewegt sich aktuell bei 7,86 Cent pro kWh. Jede Kilowattstunde, die du selbst verbrauchst, spart also rund 30 Cent. Jede Kilowattstunde, die du einspeist, bringt 8 Cent. Die Differenz von etwa 22 Cent pro kWh zeigt klar: Eigenverbrauch ist viermal so viel wert wie Einspeisung.

Vergleich: Einspeisung versus Eigenverbrauch

Nutzung Wert pro kWh Bei 7.000 kWh Jahresertrag
Reine Volleinspeisung ca. 7,86 ct (abzgl. Negativstunden) ca. 520 €/Jahr
Eigenverbrauch ohne Speicher (ca. 30 %) ca. 33‑38 ct (Eigenverbrauchsanteil) + ca. 7,86 ct (Rest) ca. 1.050 €/Jahr
Eigenverbrauch mit Speicher (ca. 60 %) wie oben, höherer Eigenverbrauchsanteil ca. 1.550 €/Jahr
Eigenverbrauch mit Energiemanagement (ca. 70‑80 %) maximaler Eigenverbrauchsanteil ca. 1.800 €/Jahr

Die Werte sind Richtgrößen für ein typisches Einfamilienhaus im Raum Augsburg bei einer 10-kWp-Anlage und einem Jahresstromverbrauch von 4.500 kWh. Sie verdeutlichen aber den Hebel: Wer seinen Eigenverbrauch von 30 % auf 70 % hebt, verdoppelt grob den jährlichen wirtschaftlichen Ertrag der Anlage. Mehr zur Kalkulation findest du auf unserer Seite zur Rentabilität von PV-Anlagen.

Unser Hinweis

Die Vergütung für Überschusseinspeisung wird halbjährlich durch die Bundesnetzagentur angepasst und sinkt im Trend weiter. Wer heute noch mit 10 Cent oder mehr pro eingespeister kWh rechnet, sollte seine Planung überprüfen. Aktuelle Werte veröffentlicht die Bundesnetzagentur regelmäßig.

So wird PV 2026 wirklich rentabel: Eigenverbrauch, Speicher, Energiemanagement

Eine PV-Anlage rechnet sich 2026 dann am besten, wenn möglichst viel selbst erzeugter Strom auch selbst verbraucht wird. Das Zauberwort heißt Eigenverbrauchsquote. Ohne Speicher liegt sie bei 25 bis 35 %, mit passendem Speicher bei 55 bis 65 %, und mit intelligentem Energiemanagement lassen sich 70 bis 85 % erreichen.

Die drei Hebel, die über die Rentabilität entscheiden

1. Passende Anlagengröße. Die Anlage sollte am Jahresverbrauch und nicht nur an der verfügbaren Dachfläche ausgerichtet sein. Eine zu große Anlage produziert viel Strom, der nur noch zu Niedrigpreisen eingespeist werden kann. Eine zu kleine Anlage lässt Potenzial liegen. Als Faustformel: Jahresstromverbrauch in kWh geteilt durch 1.000 ergibt die passende kWp-Größe. Bei 4.500 kWh Verbrauch sind das rund 4,5 kWp für hohe Eigenverbrauchsquote, realistisch gut sind 7 bis 10 kWp bei gleichzeitig geplantem E-Auto oder Wärmepumpe.

2. Richtig dimensionierter Speicher. Ein Speicher bringt den tagsüber erzeugten Strom in die Abend- und Morgenstunden, also in die Zeiten mit dem höchsten Verbrauch. Die Faustregel lautet etwa 1 kWh Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch, bei Haushalten mit Wärmepumpe oder E-Auto entsprechend mehr. Details dazu auf unserer Seite zum Stromspeicher.

3. Intelligentes Energiemanagement. Hier liegt der größte ungenutzte Hebel. Ein Energiemanager koordiniert PV, Speicher, Wärmepumpe, Wallbox und große Verbraucher so, dass Strom dort landet, wo er gerade am meisten wert ist. Das heißt konkret: Warmwasser wird mittags produziert, das E-Auto lädt bei PV-Überschuss, der Speicher wird nicht pauschal vollgeladen, sondern strategisch, und bei dynamischen Tarifen wird günstig nachgekauft statt teuer eingespeist. Was hinter diesem Ansatz steckt, zeigen wir auf der Seite Energiemanagement.

Neu seit Solarspitzengesetz: Speicher dürfen seit 2025 auch mit günstigem Netzstrom geladen und später wieder genutzt werden. In Kombination mit einem flexiblen Stromtarif entsteht damit ein zusätzlicher Hebel: Strom einkaufen, wenn er billig ist, verbrauchen oder vermarkten, wenn er teuer ist.

Diese drei Hebel zusammen bewirken, dass eine moderne PV-Anlage heute trotz gesunkener Einspeisevergütung wirtschaftlich besser laufen kann als eine Anlage von 2015. Voraussetzung ist, dass Planung und Technik dazu passen.

Moderner Stromspeicher im Technikraum, installiert von IntHome als Kernkomponente für hohen PV-Eigenverbrauch
Ein passend dimensionierter Stromspeicher bringt den tagsüber erzeugten Solarstrom in die Abend- und Morgenstunden, also genau dorthin, wo der Haushalt den meisten Strom braucht.

Rechenbeispiel: PV mit und ohne Energiemanagement

Wie groß der Unterschied in der Praxis ist, zeigt ein direkter Vergleich. Ausgangslage ist ein typisches Einfamilienhaus in Gersthofen bei Augsburg mit 4.500 kWh Jahresstromverbrauch, Wärmepumpe und einem E-Auto, das rund 10.000 km pro Jahr elektrisch fährt.

Szenario A: PV ohne Speicher und ohne Energiemanagement

10 kWp Anlage, rund 9.500 kWh Jahresertrag. Eigenverbrauchsquote ca. 28 %, also 2.660 kWh. Einspeisung 6.840 kWh.

  • Ersparnis Eigenverbrauch: 2.660 kWh × 0,35 € = 931 €
  • Einspeiseerlös: 6.840 kWh × 0,0786 € = 538 €, abzgl. Negativstunden ca. 510 €
  • Gesamtertrag Jahr: ca. 1.440 €

Szenario B: PV mit 10 kWh Speicher und Energiemanagement

Gleiche Anlage, gleicher Jahresertrag. Eigenverbrauchsquote ca. 75 %, also 7.125 kWh. Einspeisung 2.375 kWh.

  • Ersparnis Eigenverbrauch: 7.125 kWh × 0,35 € = 2.494 €
  • Einspeiseerlös: 2.375 kWh × 0,0786 € = 187 €
  • Gesamtertrag Jahr: ca. 2.680 €

Der Mehrwert durch Speicher und Energiemanagement liegt in diesem Beispiel bei rund 1.240 Euro pro Jahr. Über eine angenommene Nutzungsdauer von 20 Jahren sind das grob 24.800 Euro, also deutlich mehr als die Mehrkosten für Speicher und intelligente Steuerung, die sich typischerweise bei 8.000 bis 12.000 Euro bewegen. Die Zahlen sind Richtwerte und hängen stark vom individuellen Lastprofil ab. Was bei dir konkret rausspringt, sehen wir in einer persönlichen Energieberatung.

Für wen lohnt sich Photovoltaik 2026 klar und für wen nicht?

Die pauschale Antwort gibt es nicht, aber es gibt klare Konstellationen, in denen sich PV 2026 besonders deutlich rechnet und andere, in denen die Kalkulation knapp wird.

Klar rentabel

  • Einfamilienhäuser mit mittlerem bis hohem Stromverbrauch ab 3.500 kWh/Jahr, gutem Süd-, Südost- oder Südwestdach und planbarer Nutzung über 15+ Jahre
  • Haushalte mit Wärmepumpe, die einen Großteil des Stroms in die Heizperiode schieben oder tagsüber heizen können
  • Haushalte mit E-Auto und regelmäßiger Ladung zu Hause, idealerweise mit PV-Überschussladen über eine Wallbox mit Energiemanagement
  • Eigentümer, die ohnehin das Dach sanieren oder die Elektrik modernisieren (Synergieeffekte bei der Haussanierung)
  • Kleine Gewerbebetriebe mit Tagesverbrauch, bei denen die Lastkurve gut zur PV-Erzeugung passt

Kalkulation oft kritisch

  • Reine Einspeiseanlagen ohne Speicher und ohne Eigenverbrauchspotenzial, vor allem bei kleinen Haushalten mit wenig Stromverbrauch
  • Stark verschattete oder ungünstig ausgerichtete Dächer (reine Nord- oder Ostdächer) ohne Optimierungstechnik
  • Haushalte mit Nutzungsplanung unter 10 Jahren (z.B. geplanter Umzug), wenn der Wertzuwachs der Immobilie nicht mitgerechnet wird
  • Anlagen, die ohne passende Dimensionierung gebaut werden (zu groß oder zu klein)

Gerade dieser letzte Punkt ist entscheidend. Viele der im Netz kursierenden Aussagen „PV lohnt sich nicht mehr“ beziehen sich auf schlecht geplante Anlagen, die überwiegend auf Einspeisung ausgelegt sind. Mit aktueller Planung und passender Technik sieht die Rechnung ganz anders aus.

Moderner Stromspeicher im Hauswirtschaftsraum, installiert von IntHome für optimierten PV-Eigenverbrauch
Ein passend dimensionierter Stromspeicher ist der Schlüssel für die Wirtschaftlichkeit neuer PV-Anlagen im Raum Augsburg.

Checkliste: Worauf Sie bei einer neuen PV-Anlage 2026 achten sollten

Eine PV-Anlage, die auch unter den neuen Regeln wirtschaftlich läuft, braucht mehr Planung als früher. Die folgenden Punkte sollten vor der Beauftragung geklärt sein.

  1. Realistischen Jahresstromverbrauch erfassen (inkl. geplanter Wärmepumpe, E-Auto, Klimaanlage)
  2. Anlagengröße am Verbrauch ausrichten, nicht nur an der verfügbaren Dachfläche
  3. Speichergröße realistisch dimensionieren (Faustregel: 1 kWh pro 1.000 kWh Jahresverbrauch, bei Wärmepumpe/E-Auto mehr)
  4. Smart Meter und Steuerbox einplanen (ab 7 kWp Pflicht, darunter sinnvoll)
  5. Energiemanagementsystem mitdenken, das PV, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox koordiniert
  6. Anschlussfähigen Zählerschrank prüfen und bei Bedarf modernisieren (oft Voraussetzung für Smart Meter und Wallbox)
  7. Dynamischen Stromtarif prüfen, um günstig nachzukaufen und Speicher clever zu laden
  8. Dachzustand bewerten, bei anstehender Sanierung besser gemeinsam mit der Anlage planen
  9. Versicherungsschutz klären (siehe unsere Seite zur PV-Versicherung)
  10. Mindestens zwei Angebote einholen und auf vollständige Auslegung achten (nicht nur auf den Modulpreis)

Regionaltipp Augsburg

Für Häuser im Raum Augsburg, Gersthofen, Friedberg und Neusäß gelten bei der Netzanmeldung die Regeln der jeweiligen Netzbetreiber, in der Stadt Augsburg die SWA Netze, in den Umlandgemeinden meist die LEW Verteilnetz. Die Bearbeitungszeiten unterscheiden sich.

Fazit: Photovoltaik lohnt sich 2026, aber anders als früher

Wer Photovoltaik 2026 nach der Logik von 2015 plant, kommt auf ernüchternde Zahlen. Wer die Anlage dagegen von Anfang an auf Eigenverbrauch, Speicher und intelligente Steuerung auslegt, bekommt eine Investition, die sich in 10 bis 13 Jahren trägt und danach rund 15 bis 20 Jahre sauberen Strom nahezu umsonst liefert. Die entscheidende Weichenstellung liegt in der Planung. Genau hier setzen wir als Photovoltaik-Fachbetrieb in Augsburg an, mit Fokus auf intelligent gesteuerte Gesamtsysteme statt auf reine Modulmontage.

Quellen: Bundesverband Solarwirtschaft: FAQ Solarspitzengesetz, Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze, ADAC: Einspeisevergütung 2026, Verbraucherzentrale: Photovoltaik, Bundesregierung: Solarspitzengesetz

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