Kurz erklärt
Der Autarkiegrad gibt an, welcher Anteil Ihres gesamten Stromverbrauchs durch Ihre eigene Photovoltaikanlage gedeckt wird. Ein hoher Autarkiegrad bedeutet hohe Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz und damit weniger teuren Netzbezug.
Was ist der Autarkiegrad?
Der Autarkiegrad beschreibt, wie weit Sie sich mit Ihrer Photovoltaikanlage selbst mit Strom versorgen. Er wird in Prozent angegeben und bezieht sich auf Ihren gesamten Stromverbrauch im Haushalt oder Betrieb. Je höher der Autarkiegrad, desto weniger Strom müssen Sie aus dem öffentlichen Netz zukaufen.
Wirtschaftlich macht das einen großen Unterschied. Der Strompreis aus dem Netz liegt aktuell deutlich über der Einspeisevergütung. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst erzeugen und nutzen, ersetzt teuren Netzstrom und steigert die Rentabilität Ihrer PV-Anlage.
So wird der Autarkiegrad berechnet
Die Formel ist einfach:
Autarkiegrad in Prozent = (selbst genutzter Solarstrom in kWh ÷ gesamter Stromverbrauch in kWh) × 100
Ein Beispiel: Ein Haushalt verbraucht 4.000 kWh pro Jahr. Davon werden 3.000 kWh über die eigene PV-Anlage und einen Stromspeicher abgedeckt, die restlichen 1.000 kWh kommen aus dem Netz. Der Autarkiegrad liegt damit bei 75 Prozent.
Typische Werte für ein Einfamilienhaus
| Konfiguration | Typischer Autarkiegrad |
|---|---|
| PV-Anlage ohne Speicher | 30 bis 40 Prozent |
| PV-Anlage mit Stromspeicher | 60 bis 80 Prozent |
| PV-Anlage mit Speicher und intelligentem Energiemanagement | bis 90 Prozent |
| Inselanlage (komplett netzunabhängig) | 100 Prozent |
Die Werte variieren je nach Anlagengröße, Speicherkapazität, Verbrauchsverhalten und angeschlossenen Verbrauchern wie Wärmepumpe oder Elektroauto.
Autarkiegrad und Eigenverbrauchsquote: Der Unterschied
Beide Begriffe werden oft verwechselt, messen aber verschiedene Dinge:
- Autarkiegrad: Wie viel meines gesamten Stromverbrauchs decke ich selbst?
- Eigenverbrauchsquote: Wie viel meines erzeugten Solarstroms verbrauche ich selbst?
Beispiel: Eine PV-Anlage erzeugt 8.000 kWh pro Jahr. Davon werden 3.000 kWh selbst verbraucht, 5.000 kWh werden eingespeist. Der Haushalt verbraucht insgesamt 4.000 kWh. Damit liegt der Autarkiegrad bei 75 Prozent (3.000 von 4.000), die Eigenverbrauchsquote aber nur bei 37,5 Prozent (3.000 von 8.000). Beide Kennzahlen ergänzen sich und sollten gemeinsam betrachtet werden.
So steigern Sie Ihren Autarkiegrad
- Stromspeicher integrieren: Tagsüber erzeugter Strom wird gespeichert und abends genutzt. Größter Hebel für mehr Autarkie.
- Wallbox mit Solar-Überschussladen: Eine Wallbox nutzt überschüssigen Solarstrom direkt fürs Elektroauto.
- Wärmepumpe koppeln: Heizen mit Solarstrom verlagert einen Großverbraucher in die Erzeugungszeit.
- Energiemanagement nutzen: Smarte Steuerung schaltet Verbraucher automatisch in PV-Überschussphasen.
- Dynamischen Stromtarif kombinieren: Mit der Stromintelligenz App wird auch Netzstrom nur dann zugekauft, wenn er günstig ist. Senkt zwar nicht den Autarkiegrad, aber die Stromkosten zusätzlich.
- Verbrauch zeitlich verlagern: Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner mittags laufen lassen.
Praxis-Tipp aus Augsburg
Aus Erfahrung sehen wir bei IntHome: 100 Prozent Autarkie sind im Einfamilienhaus selten wirtschaftlich. Der Sweet Spot liegt zwischen 70 und 85 Prozent. Wer darüber hinaus will, braucht überproportional große Anlagen und Speicher, die sich kaum amortisieren. Wir dimensionieren Ihre Anlage so, dass Investition und Nutzen im richtigen Verhältnis stehen. In einer kostenlosen Erstberatung rechnen wir Ihren individuellen Autarkiegrad konkret durch.