Kurz erklärt
kWp (Kilowatt-Peak) ist die Spitzenleistung einer Photovoltaikanlage unter genormten Testbedingungen (1.000 W/m² Sonneneinstrahlung, 25 °C Modultemperatur, AM 1,5). Sie beschreibt, wie viel Leistung die Anlage maximal erbringen kann — nicht, wie viel Strom sie tatsächlich liefert. Pro installiertem kWp erzeugt eine südausgerichtete Anlage in Süddeutschland im Jahresmittel rund 1.000–1.100 kWh.
Was bedeutet kWp?
Das Kürzel kWp steht für „Kilowatt-Peak“ und ist die international gebräuchliche Maßeinheit für die Nennleistung von Solarmodulen und Photovoltaikanlagen. Sie wird unter sogenannten Standard Test Conditions (STC) ermittelt und beschreibt die maximal mögliche Gleichstromleistung des Moduls bei idealer Sonneneinstrahlung. Im Alltag wird diese Spitzenleistung selten erreicht — Bewölkung, schräger Sonneneinfall, Verschmutzung und Temperatur reduzieren die tatsächliche Leistung.
kWp und kWh — der Unterschied
Die häufigste Verwechslung in der Solarbranche: kWp und kWh klingen ähnlich, beschreiben aber zwei völlig verschiedene Dinge.
| Größe | Bedeutung | Vergleich |
|---|---|---|
| kWp (Kilowatt-Peak) | Maximale Leistung der Anlage | Vergleichbar mit der PS-Zahl eines Autos |
| kWh (Kilowattstunde) | Tatsächlich erzeugte Strommenge in einer Zeitspanne | Vergleichbar mit den gefahrenen Kilometern |
Eine 10-kWp-Anlage erzeugt in Süddeutschland typischerweise rund 10.000–11.000 kWh pro Jahr. Der genaue Wert hängt von Standort, Dachneigung, Ausrichtung und Verschattung ab.
Wie viel Strom liefert 1 kWp pro Jahr?
Faustformel für Deutschland: 1 kWp ≈ 900 bis 1.100 kWh Jahresertrag. Der konkrete Wert variiert nach Region und Anlage:
| Region | Jahresertrag pro kWp |
|---|---|
| Norddeutschland (z. B. Hamburg) | ca. 900–950 kWh |
| Mitteldeutschland | ca. 950–1.000 kWh |
| Süddeutschland (z. B. Augsburg, München) | ca. 1.050–1.150 kWh |
| Alpenvorland mit Schneerückstrahlung | bis 1.200 kWh |
Welche Anlagengröße braucht ein Haushalt?
Eine grobe Orientierung für ein Einfamilienhaus in Süddeutschland:
- 2-Personen-Haushalt ohne E-Auto: ca. 5–7 kWp
- 4-Personen-Haushalt ohne E-Auto: ca. 8–10 kWp
- 4-Personen-Haushalt mit Wärmepumpe und E-Auto: 12–15 kWp
- Gewerbe mit Tageslast: oft 20–100 kWp
Häufige Fragen zu kWp
Was bedeutet das „p“ in kWp?
Das „p“ steht für „Peak“ (englisch für Spitze) und kennzeichnet, dass es sich um die maximale Leistung unter standardisierten Testbedingungen handelt — nicht um den Durchschnittswert.
Wie viele Module ergeben 1 kWp?
Bei modernen Modulen mit 430 Wp Leistung sind das rund 2,3 Module. Praktisch werden Module in ganzen Stückzahlen verbaut — eine 10-kWp-Anlage besteht heute typisch aus 22–24 Modulen.
Erreicht eine Anlage ihre kWp-Leistung jemals?
An sehr klaren Sommertagen wird die Nennleistung gelegentlich erreicht, häufig sogar kurzzeitig überschritten. Im Jahresmittel liegt die tatsächliche Leistung aber deutlich unter dem Peak-Wert.
Was kostet 1 kWp installiert?
Schlüsselfertige Aufdachanlagen kosten 2026 typischerweise 1.200–1.700 Euro pro kWp inklusive Montage. Größere Anlagen sind pro kWp günstiger als kleine.
Gibt es eine Obergrenze für kWp am Eigenheim?
Technisch nicht — sie wird meist durch die Dachfläche begrenzt. Steuerlich gilt: Bis 30 kWp pro Wohneinheit sind die Erträge einkommensteuerfrei.