Kurz erklärt
Lastmanagement steuert intelligent, wann und wie viel Strom verschiedene Verbraucher gleichzeitig ziehen dürfen. Es verhindert Überlastungen am Hausanschluss, vermeidet teure Spitzenlasten im Gewerbe und macht es möglich, mehrere Wallboxen, Wärmepumpen oder Maschinen ohne Netzausbau zu betreiben.
Was ist Lastmanagement?
Lastmanagement ist die intelligente Steuerung des Stromverbrauchs in einem Gebäude oder Standort. Statt alle Verbraucher gleichzeitig mit voller Leistung zu betreiben, verteilt das System die verfügbare Anschlussleistung dynamisch auf die angeschlossenen Geräte. So bleibt der Strombezug innerhalb des verfügbaren Anschlusswerts und der Hausanschluss wird nicht überlastet.
Im Privatbereich kommt Lastmanagement vor allem dort zum Einsatz, wo Wallboxen, Wärmepumpen und große Haushaltsgeräte parallel laufen. Im Gewerbe geht es zusätzlich darum, Lastspitzen zu glätten, weil Stromversorger jede Spitze über das Jahr in Rechnung stellen.
Statisches und dynamisches Lastmanagement: Der Unterschied
- Statisches Lastmanagement: Jedem Verbraucher wird eine fest definierte Maximalleistung zugewiesen. Einfach und günstig, aber unflexibel.
- Dynamisches Lastmanagement: Das System misst in Echtzeit den Gesamtverbrauch und verteilt freie Kapazitäten flexibel auf die Verbraucher. Maximal effizient, etwas teurer.
Für die meisten Privathaushalte mit ein bis zwei Wallboxen reicht statisches Management. Bei mehreren Ladepunkten, kombiniert mit Wärmepumpe und PV, lohnt sich dynamisches Lastmanagement fast immer.
Wann brauchen Sie Lastmanagement?
| Anwendungsfall | Lastmanagement nötig? |
|---|---|
| Einzelne Wallbox bis 11 kW im Einfamilienhaus | meist nicht zwingend |
| Wallbox plus Wärmepumpe gleichzeitig in Betrieb | empfohlen |
| Zwei oder mehr Wallboxen am gleichen Hausanschluss | verpflichtend |
| Mehrfamilienhaus mit mehreren Ladepunkten | verpflichtend |
| Gewerbe mit Maschinenpark oder Flotte | verpflichtend |
Seit 2024 gilt zudem § 14a EnWG: Netzbetreiber dürfen steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen und Wärmepumpen unter bestimmten Bedingungen netzdienlich dimmen. Wer dem zustimmt, erhält reduzierte Netzentgelte. Mehr Details liefert die Bundesnetzagentur.
Vorteile und Nachteile auf einen Blick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Mehrere Großverbraucher ohne Hausanschluss-Upgrade nutzbar | Anschaffungskosten für die Steuereinheit |
| Schutz vor Überlastung und Sicherungsausfällen | Bei dynamischem Management höhere Komplexität bei Installation |
| Geringere Investition als ein neuer Hausanschluss (oft mehrere tausend Euro Ersparnis) | Setzt kompatible Geräte voraus (Wallbox, Wärmepumpe, Wechselrichter) |
| Optimale Nutzung von PV-Überschuss für Wallbox und Wärmepumpe | Konfiguration und Inbetriebnahme erfordern Fachbetrieb |
| Im Gewerbe: Reduktion teurer Lastspitzen und damit niedrigere Stromrechnung | Bei statischem Lastmanagement gegebenenfalls Komforteinschränkung |
Praxis-Tipp aus Augsburg
Wir sehen es bei IntHome regelmäßig: Bauherren bestellen eine Wallbox, ohne den Hausanschluss zu prüfen. Beim Einbau wird klar, dass der Anschluss nicht reicht, und dann wird eine Hausanschlussverstärkung angefragt. Das kostet schnell mehrere tausend Euro und Wochen Wartezeit. Mit Lastmanagement umgehen wir das in den meisten Fällen komplett. In der kostenlosen Erstberatung prüfen wir Ihre vorhandene Anschlussleistung und empfehlen die passende Lösung.