Kurz erklärt
Der FI-Schutzschalter (Fehlerstrom-Schutzschalter, international: RCD — Residual Current Device) ist ein Sicherheitsbauteil im Stromkreis, das bei einem Fehlerstrom von mehr als 30 mA binnen 0,2 Sekunden abschaltet. Er schützt Menschen vor lebensgefährlichen Stromschlägen und ist in Deutschland für alle neu installierten Steckdosenstromkreise sowie Feuchträume Pflicht (DIN VDE 0100-410).
Was ist ein FI-Schutzschalter?
Der FI-Schutzschalter überwacht permanent, ob der in einen Stromkreis hineinfließende Strom auch wieder vollständig zurückfließt. Geht durch einen Fehler — etwa weil ein Mensch versehentlich ein spannungsführendes Teil berührt — auch nur ein kleiner Anteil über einen anderen Weg ab (z. B. durch den Körper zur Erde), erkennt das der FI in Millisekunden und schaltet den Strom sofort ab.
So funktioniert der FI technisch
Im Inneren des FI-Schalters sitzt ein Summenstromwandler. Solange Hin- und Rückleiter gleich viel Strom führen, heben sich ihre Magnetfelder gegenseitig auf. Tritt eine Differenz auf (= Fehlerstrom), entsteht ein Magnetfeld, das einen Auslösemechanismus betätigt — und der Schalter trennt den Stromkreis vom Netz.
Welche Typen gibt es?
| Typ | Geeignet für | Anwendung |
|---|---|---|
| Typ AC | nur Wechselfehlerströme | In Deutschland seit Jahren nicht mehr zulässig |
| Typ A | Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme | Standard für Haushaltssteckdosen |
| Typ F | zusätzlich Fehlerströme bis 1 kHz | Für Geräte mit Frequenzumrichter, z. B. Waschmaschinen |
| Typ B | auch glatte Gleichfehlerströme | Pflicht bei vielen Wallboxen und PV-Anlagen |
Wo ist ein FI-Schutzschalter Pflicht?
- Alle Steckdosenstromkreise bis 32 A in Wohngebäuden (seit 2009 Pflicht)
- Feuchträume wie Bad, Dusche, Sauna
- Außensteckdosen, Garagen, Carports
- Wallboxen für Elektroautos (Typ B oder vergleichbar)
- Photovoltaikanlagen mit DC-Anteil im AC-Stromkreis
- Baustromverteiler
Warum löst der FI-Schalter aus?
Wenn der FI „herausfliegt“, liegt fast immer ein echter Fehler vor. Häufige Ursachen:
- Defekte Geräte (z. B. Heizstab im Boiler, alte Bügeleisen, beschädigte Kabel)
- Feuchtigkeit in Steckdosen oder im Außenbereich
- Marder- oder Nagetierschäden an Kabeln
- Summe vieler kleiner Geräte-Ableitströme überschreitet 30 mA
- Defekt des FI-Schutzschalters selbst (selten, aber möglich)
Häufige Fragen zum FI-Schutzschalter
Wie oft soll ich den FI testen?
Hersteller und Normen empfehlen die Prüfung mit der Test-Taste alle 6 Monate. Damit wird die mechanische Funktion sichergestellt — sie ersetzt aber keine periodische Prüfung durch einen Elektriker.
Reicht ein FI für die ganze Wohnung?
Technisch ja, aber nicht ideal. Modern wird mit mehreren FIs gearbeitet — z. B. einer für Bad, einer für Außen, einer für jeden Stockwerksbereich. Damit fällt bei einem Fehler nicht die ganze Wohnung aus.
Kostet die Nachrüstung eines FI viel?
Pro FI inklusive Einbau in den Zählerschrank liegt der Preis typischerweise bei 120–250 Euro. Bei größeren Anlagen ist ggf. eine Modernisierung der Unterverteilung sinnvoll.
Brauche ich einen Typ-B-FI für meine Wallbox?
Das hängt von der Wallbox ab. Modelle mit integrierter Gleichfehlerstrom-Erkennung dürfen mit einem normalen Typ-A-FI angeschlossen werden, andere benötigen einen externen Typ-B-FI. Der Elektromeister prüft das im Rahmen der Installation.
Was tun, wenn der FI ständig auslöst?
Alle Geräte des betroffenen Stromkreises ausstecken und einzeln nach dem Auslöser suchen. Findet sich nichts, sollte ein Elektriker den Stromkreis und den FI selbst prüfen.