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Hausanschlusskasten

Der Hausanschlusskasten ist die Übergabestelle zwischen öffentlichem Netz und Gebäudeinstallation. Wir erklären Aufbau, Plombierung, die Grenze zwischen Netzbetreiber und Eigentümer und wann die Anschlussleistung für Wallbox und Wärmepumpe verstärkt werden muss.

Kurz erklärt

Der Hausanschlusskasten (HAK) ist die Übergabestelle zwischen dem öffentlichen Stromnetz und der Elektroanlage eines Gebäudes. In ihm sitzen die Hausanschlusssicherungen — meist NH-Sicherungen —, die die Hauptleitung zum Zählerschrank absichern. Der HAK gehört dem Netzbetreiber, ist plombiert und darf ausschließlich vom Netzbetreiber oder einem eingetragenen Elektrofachbetrieb geöffnet werden.

Was ist der Hausanschlusskasten?

Jedes Gebäude ist über eine Anschlussleitung mit dem Niederspannungsnetz verbunden. Der Punkt, an dem diese Leitung endet und die Verantwortung auf den Anschlussnehmer übergeht, ist der Hausanschlusskasten. Er ist damit die Eigentums- und Verantwortungsgrenze der Stromversorgung.

Technisch ist der HAK ein isolierstoffgekapseltes Gehäuse, in dem die ankommende Netzleitung aufgelegt und über Sicherungsunterteile auf die abgehende Hauptleitung — auch Haupt- oder Steigleitung genannt — verteilt wird. Diese führt weiter zum Zählerschrank, wo Messung und Absicherung der Kundenanlage beginnen.

Umgangssprachlich wird der HAK oft mit dem Zählerschrank oder gar mit dem Sicherungskasten in der Wohnung verwechselt. Die Reihenfolge im Gebäude ist jedoch eindeutig: Netz → Hausanschlusskasten → Zähler → Unterverteilung → Stromkreise.

Merksatz: Vor dem HAK gehört alles dem Netzbetreiber, hinter dem HAK verantwortet der Gebäudeeigentümer. Deshalb ist der Kasten plombiert — nicht um den Zugriff zu erschweren, sondern weil dahinter ungezählter und nicht durch die Kundenanlage abgesicherter Strom anliegt.

Aufbau und Bestandteile

Der klassische Hausanschlusskasten im Einfamilienhaus ist überschaubar aufgebaut. Entscheidend ist, dass er dauerhaft zugänglich bleibt und die Sicherungen im Fehlerfall gefahrlos gewechselt werden können.

BestandteilFunktionZuständigkeit
Gehäuse aus IsolierstoffBerührungsschutz, Schutz gegen Staub und FeuchteNetzbetreiber
Anschlussklemmen für die NetzleitungAufnahme des ankommenden ErdkabelsNetzbetreiber
NH-Sicherungsunterteile (meist Größe NH00)Absicherung der Hauptleitung, typisch 35 bis 100 ANetzbetreiber
Abgangsklemmen zur HauptleitungVerbindung zum ZählerschrankElektrofachbetrieb im Auftrag des Eigentümers
PlombeManipulationsschutz für den unzählten BereichNetzbetreiber
PEN- oder NeutralleiterklemmeAnbindung an die Erdungsanlage des Gebäudesgemeinsam definiert

In Mehrfamilienhäusern und im Gewerbe sind statt des kompakten HAK häufig Hausanschlusssäulen oder größere Anschlussschränke im Einsatz, in denen mehrere Abgänge auf verschiedene Steigleitungen verteilt werden.

Standort, Hausanschlussraum und Hauseinführung

Wo der HAK sitzt, ist nicht dem Zufall überlassen. DIN 18012 regelt die Hausanschlusseinrichtungen von Gebäuden, DIN 18014 die zugehörige Erdungsanlage. Vorgesehen ist ein Hausanschlussraum oder eine Hausanschlusswand, die frei zugänglich, trocken und ausreichend belüftet ist. Der Anschlussbereich muss jederzeit ohne Hilfsmittel erreichbar sein — ein zugestellter oder abgeschlossener HAK ist ein häufiger Mangel bei Bestandsgebäuden.

Im Neubau wird der Anschluss heute meist über eine Mehrsparten-Hauseinführung geführt: Strom, Wasser, Gas und Telekommunikation treten dabei gebündelt und gas- sowie wasserdicht durch die Bodenplatte ein. Das spart Durchdringungen und verhindert Feuchtigkeitsschäden an der Gebäudehülle.

Anschlussleistung: Wenn der HAK zum Nadelöhr wird

Klassische Einfamilienhäuser wurden über Jahrzehnte mit Hausanschlusssicherungen von 35 bis 63 Ampere ausgelegt. Diese Werte stammen aus einer Zeit, in der Herd, Warmwasser und Beleuchtung die größten Verbraucher waren. Mit Wallbox, Wärmepumpe, Stromspeicher und Durchlauferhitzer verschiebt sich diese Rechnung deutlich.

HausanschlusssicherungRechnerische AnschlussleistungTypische Eignung
3 × 35 Arund 24 kWBestandsgebäude ohne Wärmepumpe und Wallbox
3 × 50 Arund 35 kWEinfamilienhaus mit einzelnen Großverbrauchern
3 × 63 Arund 44 kWNeubau-Standard mit Wärmepumpe und Wallbox
3 × 100 A und mehrab rund 69 kWMehrfamilienhaus, Gewerbe, mehrere Ladepunkte

Wichtig: Nicht jede Erweiterung erfordert automatisch einen größeren Hausanschluss. Häufig lässt sich die vorhandene Leistung durch ein Lastmanagement intelligent verteilen, sodass Wallbox und Wärmepumpe nie gleichzeitig die volle Leistung ziehen. Das ist in der Regel deutlich günstiger als eine Netzanschlussverstärkung, für die der Netzbetreiber unter Umständen die Anschlussleitung im Erdreich austauschen muss.

Zusätzlich greift bei steuerbaren Verbrauchseinrichtungen der § 14a EnWG: Netzbetreiber dürfen Wallboxen und Wärmepumpen kurzzeitig in der Leistung reduzieren, im Gegenzug sinken die Netzentgelte. Für die Auslegung des Hausanschlusses entschärft diese Regelung viele Fälle, die früher zwingend eine Verstärkung erfordert hätten.

Neuanschluss und Änderung: der formale Weg

Ein neuer oder geänderter Hausanschluss ist kein freier Werkvertrag, sondern folgt den Technischen Anschlussbedingungen (TAB) des zuständigen Netzbetreibers und der Anwendungsregel VDE-AR-N 4100. Der Ablauf ist bundesweit ähnlich:

  • Anmeldung durch den Elektrofachbetrieb: Nur ein im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragener Betrieb darf den Anschluss beantragen und Arbeiten im plombierten Bereich ausführen.
  • Angabe der Anschlussleistung: Alle geplanten Großverbraucher inklusive Wallbox, Wärmepumpe und Erzeugungsanlage werden gemeldet.
  • Errichtung durch den Netzbetreiber: Hausanschlusskasten und Anschlussleitung werden vom Netzbetreiber gestellt und bleiben in dessen Eigentum. Die Kosten trägt der Anschlussnehmer über den Baukostenzuschuss.
  • Inbetriebsetzung: Nach Prüfung der Kundenanlage setzt der Netzbetreiber den Anschluss unter Spannung und setzt den Zähler.

Für die Kundenanlage selbst gilt: Hauptleitung, Zählerplatz und nachgelagerte Schutzorgane wie der SLS-Schalter sind Sache des Gebäudeeigentümers und müssen zur Hausanschlusssicherung selektiv gestaffelt sein.

Worauf es in der Praxis ankommt

In der Sanierung ist der Hausanschluss der Punkt, an dem sich entscheidet, welche Technik überhaupt realisierbar ist. Deshalb steht am Anfang jedes größeren Projekts eine nüchterne Bestandsaufnahme: Welche Sicherungsgröße liegt an, in welchem Zustand ist die Hauptleitung, reicht ihr Querschnitt für einen künftigen SLS-Schalter, und ist der Anschlussraum normgerecht zugänglich? Erst danach lässt sich sagen, ob Lastmanagement genügt oder eine Anpassung des Netzanschlusses nötig ist.

IntHome übernimmt diese Bewertung im Rahmen der Elektroinstallation in der Haussanierung, stimmt die Anmeldung mit dem Netzbetreiber ab und plant Zählerplatz und Hauptleitung so, dass spätere Erweiterungen ohne erneuten Eingriff möglich bleiben.

Häufige Fragen zum Hausanschlusskasten

Darf ich den Hausanschlusskasten selbst öffnen?

Nein. Der HAK ist plombiert und steht im Eigentum des Netzbetreibers. Dahinter liegt ungezählter, nicht durch die Kundenanlage abgesicherter Strom an. Öffnen und Arbeiten dürfen ausschließlich der Netzbetreiber oder ein in dessen Installateurverzeichnis eingetragener Elektrofachbetrieb. Ein Plombenbruch kann zivil- und strafrechtliche Folgen haben.

Was ist der Unterschied zwischen Hausanschlusskasten und Zählerschrank?

Der Hausanschlusskasten ist die Übergabestelle vom Netz zum Gebäude und enthält die Hausanschlusssicherungen. Der Zählerschrank folgt dahinter und nimmt Zähler, SLS-Schalter sowie die Verteilung der Kundenanlage auf. Der HAK gehört dem Netzbetreiber, der Zählerschrank dem Gebäudeeigentümer.

Wie stark ist mein Hausanschluss?

Das ergibt sich aus der Größe der NH-Sicherungen im HAK, üblich sind 35, 50, 63 oder 100 Ampere je Phase. Ablesen darf sie nur eine Elektrofachkraft, da der Kasten plombiert ist. Alternativ ist der Wert in den Unterlagen des Netzbetreibers oder im Inbetriebsetzungsprotokoll vermerkt.

Muss ich den Hausanschluss für eine Wallbox verstärken lassen?

Nicht zwangsläufig. Bei einem 63-A-Anschluss reicht die Leistung für eine Wallbox mit 11 kW in aller Regel aus. Bei schwächeren Anschlüssen oder mehreren Großverbrauchern ist ein Lastmanagement meist die günstigere Lösung als eine Netzanschlussverstärkung. Die Entscheidung trifft die Elektrofachkraft anhand einer Lastberechnung.

Wer bezahlt den Hausanschluss?

Der Netzbetreiber errichtet Anschlussleitung und Hausanschlusskasten und bleibt deren Eigentümer. Die Kosten trägt jedoch der Anschlussnehmer über Baukostenzuschuss und Hausanschlusskosten. Alles hinter dem HAK — Hauptleitung, Zählerschrank, Verteilung — geht auf Kosten und in das Eigentum des Gebäudeeigentümers.

Wo muss der Hausanschlusskasten sitzen?

Nach DIN 18012 in einem trockenen, belüfteten und jederzeit frei zugänglichen Hausanschlussraum beziehungsweise an einer Hausanschlusswand. Er darf nicht zugestellt, verkleidet oder eingeschlossen sein, weil der Netzbetreiber und die Feuerwehr im Ernstfall unmittelbaren Zugriff benötigen.

Hinweis zur Erstellung: Dieser Glossareintrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell optimiert. Die fachlichen Inhalte werden vor der Veröffentlichung durch die Elektrofachkräfte von IntHome geprüft. Normen, Grenzwerte und die Technischen Anschlussbedingungen einzelner Netzbetreiber können abweichen — für die verbindliche Auslegung Ihrer Anlage ist stets die individuelle Fachplanung maßgeblich.

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Ansprechpartner

Markus Zink

Geschäftsführer