Kurz erklärt
Der CCS Stecker (Combined Charging System, CCS Combo 2 in Europa) ist der Standard für das Gleichstrom-Schnellladen von Elektroautos. Er kombiniert den Typ-2-Stecker für AC mit zwei zusätzlichen DC-Kontakten unten. Damit sind Ladeleistungen von bis zu 350 kW möglich — eine 80-Prozent-Ladung dauert je nach Fahrzeug rund 18 bis 35 Minuten. CCS hat sich gegen den älteren CHAdeMO-Standard durchgesetzt und ist seit 2014 EU-weiter Standard.
Aufbau und Funktion
Der CCS-Combo-2-Stecker besteht aus zwei Teilen: dem oberen Bereich entspricht eins-zu-eins dem Typ 2 (für AC-Laden, sieben Kontakte) und einem unteren Bereich mit zwei zusätzlichen großdimensionierten Kontakten für Gleichstrom (DC). Beim Schnellladen wird der DC-Strom direkt in die Fahrzeugbatterie geleitet — der Wechselrichter im Auto wird umgangen, weshalb deutlich höhere Leistungen möglich sind.
Welche Ladeleistung schafft CCS?
| Ladeleistung | Ladezeit 10–80 % | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| 50 kW | 45–80 Minuten | Ältere DC-Säulen, Standard bis 2018 |
| 150 kW | 25–45 Minuten | Aktueller Markt, EnBW, Aral pulse |
| 300 kW | 18–28 Minuten | HPC-Säulen, Ionity, Tesla Supercharger V3 |
| 350 kW | 15–25 Minuten | Top-Säulen, abhängig von Fahrzeug-Akkuspannung |
Die tatsächlich erreichte Ladeleistung hängt aber nicht nur von der Säule, sondern auch von der Akkuspannung des Fahrzeugs ab. Aktuelle 800-Volt-Architekturen (z. B. Porsche Taycan, Hyundai Ioniq 5/6, Kia EV6) erreichen Spitzenwerte deutlich häufiger als 400-Volt-Plattformen.
CCS vs. CHAdeMO vs. Tesla Supercharger
- CCS Combo 2: Standard in Europa, USA neu mit CCS Combo 1
- CHAdeMO: ältere japanische Norm, wird in Europa kaum noch ausgebaut
- Tesla Supercharger: in Europa nutzt Tesla seit 2019 CCS-Stecker, Supercharger sind heute oft auch für andere Marken offen
- NACS (North American Charging Standard): Teslas Stecker in den USA — in Europa nicht relevant
Wo finde ich CCS-Schnelllader?
Inzwischen flächendeckend in Deutschland: An Autobahnen, Tankstellen und großen Einkaufszentren betreiben Anbieter wie EnBW, Aral pulse, Tesla, Ionity, Allego oder Fastned ein dichtes CCS-Netz mit typisch 150–350 kW Leistung. Apps wie Ladefinder zeigen Verfügbarkeit und Preise in Echtzeit.
Häufige Fragen zum CCS Stecker
Warum ist Schnellladen so viel teurer als Hauslaut?
An öffentlichen Schnellladern fallen 0,55–0,85 Euro pro kWh an, weil sehr leistungsstarke Infrastruktur, Standortmiete und Netzanschlusskosten umgelegt werden. Zuhause kostet die Kilowattstunde mit Haushaltsstrom nur 32–38 Cent — mit eigenem Solarstrom sogar nahezu nichts.
Kann ich an einem CCS-Schnelllader auch AC laden?
Manche Säulen haben sowohl Typ 2 (AC) als auch CCS (DC). Reine CCS-Schnelllader laden nur über die DC-Kontakte — AC-Laden ist dort nicht möglich.
Schadet häufiges Schnellladen dem Akku?
Geringfügig ja. Hersteller wie BMW oder Audi berichten von leicht erhöhter Alterung bei sehr häufigem CCS-Laden. Im Alltag spielt das aber meist eine untergeordnete Rolle, da die meisten Fahrer überwiegend zuhause AC laden.
Wird es CCS auch für zuhause geben?
Theoretisch ja, aber für die meisten Eigenheime ist eine 11- oder 22-kW-AC-Wallbox vollkommen ausreichend. CCS-Schnellladung daheim wäre wirtschaftlich kaum darstellbar und elektrotechnisch komplex.