Kurz erklärt
Die THG-Quote (Treibhausgasminderungs-Quote) ist eine gesetzliche Verpflichtung für Mineralölkonzerne, ihre CO₂-Emissionen jährlich zu senken. Wer ein reines Elektroauto fährt, spart CO₂ ein — und kann diese Einsparung an Quotenpflichtige verkaufen. 2026 erhalten E-Autofahrer dafür über spezialisierte Anbieter typischerweise 75 bis 250 Euro pro Jahr. Die Abwicklung läuft komplett online und dauert wenige Minuten.
Was ist die THG-Quote?
Die Treibhausgasminderungs-Quote ist ein Instrument des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG, § 37a). Mineralölkonzerne müssen jährlich nachweisen, dass sie die CO₂-Emissionen ihrer in Verkehr gebrachten Kraftstoffe um einen bestimmten Prozentsatz senken. Diese Quote liegt 2026 bei 9,35 % und steigt jährlich weiter an. Wer die Quote nicht selbst erfüllen kann, kauft Emissionseinsparungen von anderen — zum Beispiel von E-Autofahrern, die fossile Kraftstoffe ersetzen.
Wer kann die THG-Quote nutzen?
- Halter reiner Elektroautos (BEV) — sowohl private als auch gewerbliche
- Halter von Elektro-Motorrädern, -Rollern und -Lkw
- Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte (z. B. AC- oder DC-Säulen)
- Halter von Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeugen
Nicht teilnahmeberechtigt sind Plug-in-Hybride (PHEV), reine Verbrenner, Mild-Hybride und nicht-öffentliche Wallboxen am Eigenheim.
Wie hoch ist die THG-Quote 2026?
Die Höhe richtet sich nach Marktpreisen für Emissionszertifikate und ist seit dem Höchststand 2022 deutlich gesunken. 2026 bewegen sich die Auszahlungen je nach Fahrzeugklasse und Anbieter in folgenden Größenordnungen:
| Fahrzeugkategorie | Typische Auszahlung 2026 |
|---|---|
| Pkw (reines E-Auto) | 75–250 Euro/Jahr |
| Leichtkraftrad / Motorrad (Klasse L) | 30–80 Euro/Jahr |
| Leichte Nutzfahrzeuge (N1) | 250–400 Euro/Jahr |
| Lkw (N2 / N3) | 1.500–7.000 Euro/Jahr |
| Bus (M2 / M3) | 2.000–8.000 Euro/Jahr |
Welche Anbieter gibt es?
Da die Beantragung beim Umweltbundesamt (UBA) für Privatpersonen kompliziert wäre, bündeln spezialisierte Dienstleister („THG-Aggregatoren“) die Anträge. Sie übernehmen die komplette Abwicklung und behalten eine Marge vom Erlös. Wichtige Auswahlkriterien:
- Fixpreis-Angebot mit garantierter Auszahlung in 4–8 Wochen
- Solide Marktstellung und Liquidität des Anbieters
- Faire AGB ohne automatische Verlängerungspflicht
- Auszahlung an gemeinnützige Zwecke optional möglich
So läuft die Beantragung ab
- Anbieter auswählen und Online-Formular ausfüllen
- Foto der Fahrzeugzulassung (Vorderseite) hochladen
- Anbieter reicht die Quote sammeln beim Umweltbundesamt ein
- Nach Prüfung (Dauer 4–12 Wochen) erfolgt die Auszahlung auf das Konto
- Jährlich neu zu beantragen — Erinnerung der Anbieter automatisch
Häufige Fragen zur THG-Quote
Muss ich die THG-Prämie versteuern?
Bei Privatpersonen ist die Prämie steuerfrei (bestätigt durch BMF-Schreiben vom 18.11.2022). Bei Gewerbetreibenden zählt sie als Betriebseinnahme und ist entsprechend zu versteuern.
Kann ich die THG-Quote rückwirkend beantragen?
Ja, eine rückwirkende Beantragung ist bis zum 28. Februar des Folgejahres möglich. Wer 2025 ein E-Auto besaß, kann die Quote noch bis Februar 2026 nachholen.
Bekomme ich die Quote auch als Leasingnehmer?
Nur wenn Sie als Halter in der Zulassungsbescheinigung Teil I eingetragen sind. Bei klassischem Leasing ist das meist nicht der Fall — viele Leasinggesellschaften reichen die Prämie aber freiwillig durch.
Lohnt sich die THG-Quote noch?
Ja. Auch wenn die Auszahlungen gegenüber 2022 (damals bis 400 Euro) gesunken sind, bleiben 75–250 Euro pro Jahr ein nennenswerter Beitrag. Über 10 Jahre Halterdauer summieren sich so leicht 1.500–2.500 Euro.
Kann ich die Quote für eine private Wallbox beantragen?
Nein. Anrechenbar sind nur Ladepunkte, die öffentlich zugänglich sind und bei der Bundesnetzagentur als solche gemeldet wurden. Private Wallboxen am Einfamilienhaus fallen darunter nicht.